katrin.feldermann
meine Haltung

Lernen heißt, sich zu verwandeln

Überzeugung

Im Menschen liegt der Neuanfang

„Das Wunder, das den Lauf der Welt und den Gang menschlicher Dinge immer wieder unterbricht und vom Verderben rettet […] ist schließlich die Tatsache der Natalität – das Geborensein, welches die ontologische Voraussetzung dafür ist, dass es so etwas wie Handeln überhaupt geben kann.“
— Hannah Arendt

Ich bin ein Mensch, der viel gesehen hat – und vieles davon hat mich tief bewegt. Besonders dann, wenn sichtbar wird, was Menschen einander und ihrer Mitwelt antun.

Und doch sehe ich es wie Hannah Arendt: Wir sind nicht bloß in diese Welt gestellt – sie zeigt sich uns durch den Menschen, und im Menschen selbst liegt die Möglichkeit des Neuanfangs.

Gerade deshalb verliere ich weder den Mut noch die Hoffnung, dass wir es anders machen können. Dass diese Welt – unsere Mitwelt – es verdient, dass wir zusammenhalten, uns gegenseitig bestärken und solidarisch handeln.

meine Haltung (zur Lehre)

Für mich ist Lehre kein Akt der Wissensübertragung, sondern der Beziehung. Lernen – im Sinne Erich Fromms – bedeutet nicht, passiv Inhalte aufzunehmen, sondern aktiv sich selbst zu verwandeln.

Ich verstehe meine Rolle als Ermöglicherin von Resonanz. Ich gestalte Räume, in denen Studierende sich als lernende Subjekte erfahren – mit Emotion, Körper, Verstand und sozialer Einbindung.

Meine Lehre ist geprägt von Dialog, Unmittelbarkeit und der Bereitschaft, Unsicherheit auszuhalten. Denn Lernen beginnt da, wo Sicherheiten ins Wanken geraten. Das verlangt Mut – aber echtes Lernen verändert.

Outdoor-Ethik

Das Arbeiten in der Natur ist für mich keine methodische Variante, kein „um-zu“ – sondern eine notwendige Antwort auf eine Zeit, die durch Beschleunigung, Kontrollbedürfnis und Entfremdung geprägt ist.

Die Natur ist kein Ort der Inszenierung, sondern der Wirklichkeit: unkontrollierbar, widerspenstig, lebendig. Sie spiegelt die Soziale Arbeit – wir können sie nicht vollständig planen, aber wir können in Resonanz gehen mit dem, was da ist.

Statt auf das Fehlende zu starren, öffnet die Natur den Blick für das Mögliche. Darin liegt die ethische Grundlage einer Praxis, die Menschen nicht „verwaltet“, sondern begleitet.

Denkwerkzeuge

Theoretische Zugänge

Meine Arbeit bewegt sich interdisziplinär an der Schnittstelle von Sozialer Arbeit, Soziologie und Philosophie. Diese Perspektiven sind keine Theorieinseln, sondern lebendige Werkzeuge, um Praxis zu verstehen, zu irritieren und weiterzuentwickeln.

Neue Phänomenologie

Gernot Böhme, Hermann Schmitz – die Bedeutung von Atmosphäre, Leiblichkeit und situierter Erfahrung.

Frankfurter Schule

Adorno, Horkheimer, Fromm, Marcuse – soziale Wirklichkeit kritisch analysieren, in ihrer Widersprüchlichkeit und Machtstruktur.

Soziologie der Weltbeziehung

Hartmut Rosa – der Zusammenhang von Resonanz, Entfremdung und Beschleunigung, gerade in pädagogischen Kontexten.

ehrenamtliche Tätigkeiten

Seit vielen Jahren engagiere ich mich ehrenamtlich – immer mit dem Ziel, Räume für Gerechtigkeit, Selbstermächtigung und solidarisches Handeln zu öffnen.

Ein besonderer Schwerpunkt ist mein Engagement in Brasilien, wo ich seit 2003 mit gewaltbetroffenen Kindern, Jugendlichen und Frauen arbeite. Daraus sind nachhaltige Netzwerke und Projekte entstanden.

Darüber hinaus bringe ich mich in zivilgesellschaftlichen Initiativen in Österreich und Deutschland ein – zu Bildungsgerechtigkeit, Demokratisierung sozialer Räume, Naturpädagogik und psychosozialer Gesundheit.

Soziale Arbeit ist politisch – und Verantwortung kennt keinen Feierabend.

Vorstandstätigkeiten

  • Landschaft des Wissens
  • Kärntner Armutsnetzwerk
  • Koordinatorin der AG Körper und Leib bei der Österreichischen Gesellschaft für Soziale Arbeit

Auszeichnungen

Im November 2024 wurde ich mit dem Soroptimist Preis Österreich für mein langjähriges Engagement in Brasilien ausgezeichnet. Mein Fokus liegt auf der Stärkung von Selbstwirksamkeit, Bildung und Schutzräumen – immer im Dialog mit den Menschen vor Ort.

Aus der Prämie entsteht aktuell ein neues Projekt für indigene Frauen in der Region Tequisquiapan (Mexiko) – mit einer kritischen, postkolonial reflektierten Haltung: Wir bringen nicht das „Know-how“, sondern schaffen Räume, in denen Wissen gemeinsam entsteht.

Bereits 2003 und 2008 wurde mein Engagement in Brasilien durch den Grünen Kreisverband Mülheim an der Ruhr mit dem Bürger*innen-Preis ausgezeichnet.

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